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Franz Kafka (1883-1924): Die Verwandlung (1912)
- im Mittelpunkt des Geschehens → Familie Samsa
und deren immanente Konflikte
- Thematisierung der Rolle eines scheinbar
selbstständigen und dennoch unterdrückten
Sohn
- berufliche Lasten als Einengung des
menschlichen Freiraums und Unterdrückung der
Angestellten nach dem Autoritätsprinzip →
Industrialisierung: Mensch als ersetzbare
Maschine im Produktionsvorgang
- Verwandlung Gregors zum Käfer führt zur
sozialen Isolation
- Einsamkeit Gregors drückt sich in
Beschaffenheit der Wohnverhältnisse aus
- Umzug d. Samsas nach Gregors Tod als „Tapeten-“
oder Identitätswechsel
- verschiedene Stufen der Verwandlung → vom
äußerlichen Tier mit menschlichem
Empfinden zu einem nutzlosen „Etwas“
- Gregors Verwandlung folgen weitere
Verwandlungen von
- dem kränklichen, schwachen Vater in ein starkes,
autoritäres, aggressives
Familienoberhaupt → Konkurrent von Gregor
- der leichtlebigen, naiven, kindlichen Schwester
in eine junge, selbstbewusste
Frau → aufgrund alleiniger Pflege Gregors
Steigerung ihres Selbstwertes,
Anerkennung und Bewundern in Familie
- Mutter spielt untergeordnete Rolle → zeigt
meiste Zuneigung zum Sohn, doch kann sich
nicht durchsetzen, Ohnmachtsanfälle bewahren sie
vor der schrecklichen Realität
- Nebenfiguren stark stilisiert → fungieren
als Repräsentanten der Außenwelt mit ihren
Forderungen und Idealen
- chronologischer Aufbau des Textes mit
wenigen Rückblenden
- Gemeinsamkeiten der drei Kapitel:
Kapitelanfänge, Ausbruchssituation, Vereitelung
durch Familie
- Zeitdehnung dient zur Darstellung von
Bewusstseinsvorgängen, inneren Empfindungen,
detaillierten äußerlichen Beschreibungen →
Betonung der wichtigen Ereignisse durch
Ausführlichkeit
- Zeitraffung zur Schilderung alltäglicher
Vorgänge
→ Erzählzeit funktional mit Inhalt
verbunden
- vorwiegend personale Erzählhaltung →
Darstellung von Gregors subjektivem
Empfinden → Ausfüllen der Leerstellen und
Meinungsbildung muss durch Leser erfolgen
- mit Tod Gregors Wechsel zum auktorialen
Erzählverhalten → ironische Distanzierung des
Erzählers
- realistische Schreibweise → detaillierte,
exakte Beschreibungen als Kontrast zur subjektiv
gefärbten Erzählsicht
- umfangreiche Satzkonstruktionen
(Parataxe, Hypotaxe) → Anfügen von Informationen und
Eingrenzen von Aussagen
- innere Monologe und erlebte Rede →
Darstellung von Gregors Innenleben/ Gefühlen
- Dialoge → signalisieren Scheitern der
Verständigung, soziale Isolation Gregors
von Linda Krause
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