Umweltökonomie

Inhalt

  1. Grundlagen
    1. Geschichte der Umweltökonomie
    2. Grundlagen der Umweltökonomie
    3. Natürliche Ressourcen
    4. Sustainable development
    5. Ethische Prinzipien
  2. Nachhaltige Entwicklung und Umweltökonomie
    1. Vorraussetzungen
    2. Akteure
    3. Ziele
    4. Status quo
    5. Zukunftsaussichten
    6. Fazit
  3. Literaturverzeichnis

Grundlagen der Umweltökonomie und der nachhaltigen Entwicklung

  1. Grundlagen


    1. Geschichte der Umweltökonomie


Bis auf wenige Ausnahmen (David Ricardo und Thomas Malthus im 18. und 19. Jahrhundert, sowie Wilhelm Kapp im 20. Jahrhundert) wurde der Umweltökonomie und dem Erhalt von natürlichen Ressourcen keine Bedeutung beigemessen.

Es gab jedoch bereits einige Vorläufer der nachhaltigen Nutzung im Altertum. Wobei sich hier die römischen und persischen Wiederaufforstungs-Programme hervorheben. Auch in der Neuzeit lassen sich solche Ansätze in einigen europäischen Kolonien finden.

Allerdings, spiegelten diese Ansätze sich nicht in den Lehrbüchern oder gar öffentlichen Diskussionen der Zeit wieder.

Erst mit der UN- Umweltkonferenz 1972 in Stockholm, der Öl-Krise 1973/74 und in den ersten Studien von Meadow, 1972, über „Die Grenzen des Wachstums“, rückte die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen ins Bewusstsein von Politik und Ökonomie.


    1. Grundlagen der Umweltökonomie


Die traditionelle Umweltökonomie versucht, eine Erklärung für die Zerstörung der natürlichen Ressourcen, durch rational handelnde Menschen zu finden und hierfür eine Lösung des Problems zu finden.

Ihrer Ansicht nach, ist die Fehlallokation (ineffiziente Über-/ Nutzung) der natürlichen Lebensgrundlagen, auf das strukturelle Versagen des Marktes zurückzuführen.

Das heißt, sowohl Unternehmen als auch Kunden erhalten durch die Behandlung der Ressourcen als öffentliche Güter( welche unerschöpflich sind und kostenlos sind) falsche Preissignale, wodurch der Markt nicht für eine optimale Allokation(Verteilung) sorgen kann.

Der Ansicht der neoklassischen Ökonomen nach, ist die Zerstörung der Grundlagen ein rein wirtschaftliches Problem, welches ausschließlich ökonomisch gelöst werden kann.

Da, nach ihrer Ansicht, die Ökonomie die Aufgabe hat, für eine ständige Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen, versuchen die neoklassischen Ökonomen einen optimalen Naturnutzungs- oder Naturbelastungspunkt zu errechnen. Dieser Punkt ist nicht zum Schutz aller Lebewesen, sondern er soll erreichen, dass die Sanierungskosten aufgrund der Umweltbelastungen nicht überhand nehmen.

Die neue Umweltökonomie hingegen, welche ende der ’90er Jahre an der FHW-Berlin entstand, geht von einer Überlastung der natürlichen Ressourcen durch Übernutzung und der Freisetzung von Schadstoffen aus, welche nicht aufrecht zu erhaltende Ausmaße angenommen haben. Da einige Ressourcen, wie Klimagleichgewicht, Ozonschicht und Artenvielfalt nicht durch technische Substitute zu ersetzen (jedoch lebensnotwendig) sind, bedarf es einer Leitidee die sich auf das Prinzip der Nachhaltigkeit stützt. Diese Nachhaltigkeit soll durch einen transdisziplinären(Natur-, Sozial-, Politik-, Recht-, Technische- sowie Wirtschaftliche Wissenschaften und Erkenntnisse) Ansatz erreicht werden.


    1. Natürliche Ressourcen


Natürliche Ressourcen werden auch Umweltgüter genannt. Sie sind die natürlichen Bestandteile der Natur, welche dem Menschen nutzen.

Sie sind folgendermaßen gegliedert:

  • nicht erneuerbare Ressourcen zu denen Rohstoffe, Primärenergieträger, Boden und genetische Ressourcen gehören

  • Erneuerbare Ressourcen wie Pflanzen, Tiere, Wasser, Luft

  • Unerschöpfliche Ressourcen (für menschliche Zeiträume), wie die Energie der Sonne, Wind und der Gezeiten


    1. Sustainable development


Sustainable development wird im Deutschen meistens mit nachhaltiger Entwicklung übersetzt. Anstelle nachhaltig werden jedoch auch Begriffe wie dauerhaft Durchhaltbahre, dauerhafte, zukunftsfähige oder nachhaltig zukunftsverträgliche Entwicklung benutzt.

Der SUR (Sachverständigenrat für Umweltfragen) setzt sich für dauerhaft umweltgerechte Entwicklung ein.

Ursprung des Begriffs:

Er wurde erstmals in der Forstwirtschaft des 18.Jahrhunderts genutzt und beinhaltet das Prinzip, nur so viel Holz zu roden wie gleichzeitig nachwächst. Das englische sustain leitet sich zudem vom lateinischen sustiner ab, was sich im deutschen mit aufrechterhalten übersetzen lässt.

Definition durch die Brundlandt- Kommission: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung. Die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

Nachhaltige Entwicklung als neues Entwicklungsziel wurde bei der ersten Umweltschutzkonferenz der VN 1972 in Stockholm formuliert. Das erste Mal verwendet wurde er allerdings erst Anfang der 80er Jahre von der IUCN (international Union for Conservation of Natural, heute WCU- World Conservation Union). Die von den VN eingesetzte „Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“ (auch: Brundlandt- Kommission) nahm den Begriff 1983 auf und führte ihn in die Fachdiskussionen ein.

Allerdings blieb dieser oft diskutierte Begriff (zu unpräzise, alt) lange Zeit in der Öffentlichkeit unbekannt. 1998 jedoch, wurde er in die Präambel des EU-Vertrages als Staatszielbestimmung aufgenommen: „Erzielung einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung“

In Deutschland ist er seit 1994 als Staatsziel im Art.20a GG verankert.


    1. Ethische Prinzipien


Das Bild der Nachhaltigkeit ist vor allem ethisch begründet. Die Ethik der Nachhaltigkeit baut auf den Grundprinzipien Gerechtigkeit und Verantwortung, zwischen den Menschen und Generationen auf. Die Chance dieses Fundaments ist es, dass Prinzip der Nachhaltigkeit nicht nur auf einen wirtschaftlichen Aspekt zu reduzieren, sondern den Menschen ein Leitbild für eigene Entwicklungen mit den damit verbundenen Werten und Normen zu geben.

Hierbei gelten die folgenden ethischen Prinzipien und Grundsätze:

  • Intergenerativer Gleichheitsgrundsatz, er besagt, dass sowohl die zukünftigen als auch die jetzigen Generation das gleiche Recht auf eine eigenständige Gestaltung ihres Lebens haben. Daraus resultiert, dass jede Generation die Verpflichtung hat, mit den Ressourcen, die die Erde zu bieten hat sorgfältig umzugehen um sie auch an die nächste Generation. in einem intakten Zustand mit genügend natürlichen Ressourcen übergeben zu können.

  • Internationaler Gerechtigkeitsgrundsatz, dieser besagt, wie der Name schon erkennen lässt, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Pflichten im Umgang mit der Natur haben; sich somit auch gemeinsam für die Durchsetzung internationaler Standards durchsetzen müssen.

  • Vorsorgeprinzip - keine Generation hat das Recht, Risiken für künftige Generationen im Umgang mit den Ressourcen einzugehen.

  • Schutzrechte der Natur - Umweltschutz darf nicht nur dem Menschen dienen, sondern auch der Natur selbst.

  • Frieden- gute Beziehungen zwischen den Menschen müssen ausgebaut werden um die Natur zu schützen („no blood for oil“-Prinzip)

  • Gewährleistung der Prinzipien einer sozialen und rechtsstaatlichen Demokratie - die Menschen müssen an wichtigen (umweltpolitischen-) Entscheidungen mitwirken können.



  1. Nachhaltige Entwicklung und Umweltökonomie


    1. Vorraussetzungen


Um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, bedarf es mehr als nur der umweltpolitischen Aspekte. Ökonomische Ziele, wie Vollbeschäftigung bei akzeptabler Bezahlung und gutem Arbeitsumfeld, wirtschaftliche Zusammenarbeit und ökonomisches Gleichgewicht sowie sozial-kulturelle Ziele wie z.B. soziale Sicherheit, Lebens- und Gesundheitsqualität aber auch Aspekte der internationalen Gerechtigkeit (s.o). Im Folgenden werden diese Aspekte als höhere Lebensqualität zusammengefasst.

Um eben eine solche Qualität erreichen und sicherstellen zu können, zugleich jedoch das Umweltkapital zu pflegen und zu verbessern, bedarf es eines globalen Umdenkens und Entwicklungsprozesses.


Zwar hat sich die Lebensqualität in den letzten 30 Jahren, weltweit, erheblich gesteigert, so hat dieser Prozess jedoch viele Umwelt- sowie soziale Probleme hinterlassen. Dieser schleichende Prozess wird sich kaum rückgängig machen lassen, darf sich vor allem aber nicht wiederholen oder fortsetzen, wenn es darum geht Wohlergehen und Produktivität der Weltbevölkerung zu steigern.

Das größte Problem ist hierbei wahrscheinlich, dass sich Probleme, welche dauerhafte Lösungen erfordern, meistens nicht kurzfristig beheben lassen. Hierzu bedarf es logischerweise, globaler, kooperativer Lösungswege welche auch umgesetzt werden.

Probleme sind hier aber meistens die sozial-politischen Zusammenhänge mit einer problematischen Kosten-Nutzen Leistung innerhalb von Interessensgruppen und auch Generationen.


Die Lösungen dieser Probleme setzen gute Koordinierung, vor allem bei Kosten- und Zeitaufwändigen Strategien voraus. Um hier eine Optimierung zu erreichen bedarf es Organisationen und Institutionen, die

- konkurrierende Interessen ausgleichen,

- Probleme und Bedürfnisse in Randbereichen wahrnehmen und berücksichtigen,

- sicherstellen, dass Beschlüsse akzeptiert und vor allem eingehalten und ausgeführt werden.


Diese Organisationen existieren in der beschriebenen Form jedoch nicht bzw. sind zu schwach oder fehlerhaft entwickelt.

So erhalten sich die meisten NGOs (non governmental organisations) durch ehrenamtliche Mitarbeiter, wodurch sie personell schwach sind. So kommen auf etwa 1.000 ehrenamtliche NGO-Mitarbeiter in Deutschland, ca. 120.000 hauptberufliche Mitarbeiter in Kammern, Verwaltungen und Wirtschaftsverbänden.

Zudem leiden die NGOs unter starken finanziellen Problemen. Die Wirtschaftsverbände hingegen nicht.


Um bessere Vorraussetzungen für solche Organisationen zu schaffen, muss die Ungleichheit des Kapitalzuganges, sowie die allgemeinen Hürden der Einbeziehung solcher Gruppen überwunden werden.

Es ist so, dass politische Maßnahmen Institutionen beeinflussen, die wiederum die Verteilung des Vermögens beeinflussen. Weil die Macht der Institutionen durch Vermögen gestärkt wird, führt dies dazu, dass diese Institutionen wiederum die Politik beeinflussen (was wiederum die Verteilung der Vermögenswerte beeinflusst: mächtige Institutionen erhalten mehr Geld aus dem schönen großen "Honig-Topf").

Ein Beispiel:
Die "Sport Partei Deutschlands" beschließt per Gesetz, dass alle staatlichen Schulen Golf lehren müssen. --> Der große "Golf Verband e.V." profitiert davon, bekommt staatliche Subventionen zur Ausbildung von Lehrern etc. --> Die "Sport Partei Deutschlands" ist auf den "Golf Verband e.V." angewiesen, um alles durchsetzen zu können und muss daher die Subventionen erhöhen, bzw. auf konstantem Level erhalten. Die Vermögenswerte werden also ungleich verteilt.

Dieser Kreislauf muss für bessere Vorraussetzungen durchbrochen werden

Politische Maßnahmen
beeinflusstwerden beeinflusst durch
Institutionen
beeinflusstwerden beeinflusst durch
Verteilung der Vermögenswerte



    1. Akteure


Zur Lösung der Probleme zur Nachhaltigen Entwicklung müssen wie erwähnt neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, da eine zu große Lücke zwischen politisch- rechtlichen und wirtschaftlichen (freie Marktwirtschaft) Rahmenbedingungen besteht. Dadurch kommt es zu einem nicht optimalen Zustand, z.B. dem ineffizienten Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Beispiel:

Niedrige Rohölpreise --> Preisdumping bei Tankstellen --> Konsum steigt --> mehr Öl wird gefördert --> Preise sinken --> Umweltbelastung steigt durch Erhöung der Abgase…


Als Akteure stehen hierbei im Mittelpunkt:

  • direkte Akteure : unmittelbare Gesetzgeber, WTO und Gerichte

  • indirekte Akteure: sie können zwar keine Rechtsnormen in Kraft setzen aber haben durch ihren Einfluss auf die direkten Akteure ein sehr hohes Machtpotenzial: Verwaltungen, Massenmedien, Parteien, Interessensvertretungen der Wirtschaft, einige NGO’s sowie Verbraucherverbände


Gerade die EU als direkter Akteur handelt oft widersprüchlich und ist somit von einer Nachhaltigkeitspolitik sehr weit entfernt. Als Beispiel dient hier die vorangetriebene Marktliberalisierung, bei welcher nicht auf die möglichen Auswirkungen geachtet wird (s.o.).

Aber auch die indirekten Akteure handeln nicht immer nachhaltig, vor allem wenn es um solche mit bestimmten, ausgeprägten Interessen geht. Hier werden die Strategien je nach Stärke eingesetzt. Dadurch kommt es zu einem Politikversagen und Symbolpolitik.

Diese Handlungen führen unweigerlich zu einer oft zitierten Gesellschaftskrise, welche eine Gefahr für die weitere Entwicklung der Nachhaltigkeit stellen. Da es in dieser Krise zu Politikverdrossenheit durch eben diese oben erwähnte Symbolpolitik (es werden Versprechen gemacht die nicht eingehalten werden bzw. im Bezug auf Nachhaltigkeit sinnlose Gesetze verabschiedet) dazu führt, dass der normale Bürger sich nicht mehr für die politischen Belange interessiert und dadurch nicht mehr reagiert.



    1. Ziele


Ziel ist, wie bereits erwähnt eine nachhaltige Entwicklung, welche mit einer höheren Lebensqualität einhergehen soll. Daher muss zunächst eine wirtschaftliche Entwicklung als Priorität gegenüber dem wirtschaftlichen Wachstum erreicht werden.

Hierbei geht es nun um die Frage, wie beides in Einklang miteinander gebracht werden kann. Hierfür gibt es keine Patentlösung jedoch muss ein mittlerer Weg gefunden und umgesetzt werden.

Ein solcher Mittelweg kann sich nicht auf einem dauerhaften Verzicht auf Einkommen, welcher nicht akzeptiert werden würde, aufbauen, allerdings kann auch eine stetige Steigerung des Ressourcenverbrauchs und der Freisetzung von Schadstoffen nicht hingenommen werden und kein Ziel sein.

Um dies zu erreichen müssen die Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente, auch: „Schaffung ökologischer Leitplanken“, erreicht werden.

Davon ausgehend lässt sich eine Formel für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ableiten:

Wirtschaftliche Entwicklung  =  Ressourcenproduktivität  >  BIP


Erreicht werden soll diese Entwicklung durch die parallele Umsetzung von

  1. Effizienzstrategien: Weiterentwicklung vorhandener Produkte und Verfahren, bei größtmöglicher Steigerung ihrer Ressourcenproduktivität

  2. Substitutionsstrategien: Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, die den ökologischen Managementregeln der Nachhaltigkeit entsprechen, aber die gleiche oder bessere Leistungen erbringen, wie die bereits vorhandenen

  3. Suffizienzstrategie: Entwicklung neuer Lebensstile, die auf höhere Lebensqualität statt einer permanenten Ausweitung mit materiellen Gütern abzuzielen; hierzu gehören auch strukturelle Änderungen des Lebens, welche mit einer Minderung des Ressourcenverbrauchs einhergehen


Die Marktakteure können aber nicht allein für eine nachhaltige Entwicklung sorgen. Dazu bedarf es eines sozial-ökologischen Zusammenspiels und einer Wirtschaft, in welcher die Politik die notwendigen Bedingungen schafft.

Würde z.B. erneuerbarer Strom günstiger sein, so würde er wohl nicht nur in 1% der deutschen Haushalte verbraucht werden. Was zudem auffällt, ist die Tatsache, dass es, statistisch gesehen, davon abhängt, wie gebildet jemand ist, wie er sich in Bezug auf die Umwelt verhält.

So kauften im Jahr 1998, vor Einführung des Dosenpfands, gebildete Bürger mehr Mehrwegflaschen als Menschen mit weniger guter Bildung. Problematisch ist allerdings, dass sie trotz ihres Bemühens genauso viel Schaden der Umwelt gegenüber anrichten als „Pfand-Hasser“. Denn: um so höher der Grad der Bildung, um so höher ist statistisch das Einkommen. Dies führt zu einer Vergrößerung des Wohnraumes, was wiederum zu höherem Stromverbrauch führt. Außerdem leisten sich einkommensstarke Menschen/ Familien eher große Autos und machen mehr und längere Flugreisen, was zu einer Erhöhung des Treibstoffverbrauchs führt. Dadurch wird der Vorsprung, den sie durch Mehrweg Flaschen, Mülltrennung u.ä. erreicht haben, wieder gemindert, teilweise sogar zum Rückstand.

Das heißt natürlich nicht, Bildung sei unwichtig, aber wichtigster Faktor in der individuellen Öko-Bilanz ist es, ein stärkeres Ökologisches Bewusstsein zu erlangen, welches darauf abzielt nicht mehr natürliche Ressourcen als nötig zu verbrauchen.


    1. Status quo


Die bisher erreichten Ziele sind eher ernüchternd als zukunftsweisend.

Wirtschaftliche Fragen und Nachhaltigkeitsdiskussionen werden immer noch zu wenig miteinander verknüpft. So werden wirtschaftspolitische Fragen weiterhin völlig unabhängig vom Rio-Folgeprozess im Rahmen der WTO behandelt.

Zudem wird befürchtet, dass es zu einer ernsthaften Behandlung bzw. Fortsetzung des sustainable developments erst nach einem politischen Machtwechsel in den USA kommen wird.


Einige Autoren gehen sogar soweit, von einer „Verdrängung des Ziels“, durch eine neue Leitidee der Globalisierung ohne Schranken zu sprechen.

Allerdings bekennen sich, zumindest in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen und Institutionen zum Leitgedanken der Nachhaltigkeit und in beinahe allen staatlichen Ebenen existieren Stellen, welche sich mit zukunftsträchtigen Strategien einer solchen Entwicklung auseinandersetzen.

Das Fazit der Europäischen-Umweltagentur von 1998, fällt wie erwartet nicht sonderlich positiv aus. So ist dort zwar von einer Verringerung der Schadstoffemissionen die Rede, es wird aber auch klar gestellt, dass von einer allgemeinen Verbesserung der Umwelt in Europa nicht die Rede sein kann.

Problem ist vor allem die Verlagerung von Belastungen. So beseitigen viele Klär- und Filteranlagen die Schadstoffe nicht, sondern filtern sie aus der Luft oder dem Wasser heraus, wodurch hochgiftiger Sondermüll in Form von Toxiden zurück bleibt. Zudem existieren z.B. für das gefährliche CO2, gar keine Filter. Als letztes fällt hier auch auf, dass der Einsatz nachsorgender Techniken, wie Abfälle auf außerbetriebliche Anlagen oder hohe Schornsteine (Verlagerung der Stoffe auf andere Staaten), oft ineffizient ist.


Ein weiterer Maßstab für die nachhaltige Entwicklung ist die Ressourcenproduktivität. Sie zeigt das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Ressourceneinsatz an. Hier zeichnet sich, anders als von der Öffentlichkeit erwartet, ein immenser Negativ-Trend ab.


    1. Zukunftsaussichten


Da die Zukunft immer unsicher bleibt, kann man nur notwendige Ziele feststecken und auf Szenarien hinweisen, die ein Problem werden könnten, wenn sich Erfolge in der Umweltpolitik nicht erreichen lassen.

Mögliche Entwicklungen, wie gesellschaftliche Prozesse oder auch technische Erfindungen, lassen sich nur für ca. 20-30 Jahre einigermaßen erkennen. Darum ist es schwer, nachhaltige Ziele im gegeben Zeitraum zu realisieren. So ist eine Emissionsminderung von 80-90% oder auch eine 80%ige Minderung des Ressourcenverbrauchs nicht zu 100% erreichbar. Daher muss vor allem weit blickend gehandelt werden.


Probleme durch die Nutzung fossiler und atomarer Primärenergieträger, lassen sich schon heute erkennen, werden aber durch die weitere Nutzung derselbigen größer. Es handelt sich vor allem um die Freisetzung klimarelevanter Schadstoffe und Gase, Abfallerzeugung und Eingriffe ins Ökosystem, Verbrauch von Ressourcen, wirtschaftliche Abhängigkeit und die Destabilisierung des Weltfriedens.

Hierzu wurden drei Szenarien vom UBA (Umweltbundesamt) im Jahr 2002 entworfen:

- Referenz- oder Status-quo-Szenario: alle Akteure verhalten sich weiterhin gleich bleibend- die Emissionen sinken von 987mio.t (1990) auf 701mio.t 2050

- Effizienzszenario: Strategien zur Energieproduktivitätssteigerung werden untersucht. Die Emissionen sinken auf ca.590mio.t (2050)

- Nachhaltigkeitsszenario: Hier wird untersucht wie eine 80%ige Reduktion des CO2, trotz Atomausstieg möglich wäre.


    1. Fazit


Der heutige Lebensstil bringt Umweltprobleme mit sich, die im Begriff sind die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.

„Das Ausmaß der Stofffreisetzungen, des Ressourcen- und Energieverbrauchs sowie die Flächeninanspruchnahme sind mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit nicht vereinbar.“ (Deutscher Bundestag 2002).

Diese Entwicklung kann aufgrund der Marktfaktoren nicht von alleine oder durch stärkere Aufklärung der Konsumenten erfolgen. Es bedarf vielmehr einer Änderung der Bedingungen um die vorhandenen Chancen zu nutzen und die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen zu sichern, um so eine nachhaltige Entwicklung zu sichern.

Denn, eine Wahl zwischen ignorieren und somit genauso weiterhandeln wie heute und einem Richtungswechsel, hin zu mehr Umweltbewusstsein und nachhaltiger Entwicklung gibt es eigentlich nicht.

Nach den Erkenntnissen der Umweltökonomie, kann man die Ressourcenübernutzung auf ein Marktversagen zurückführen, welches sich nicht ohne den gesetzlichen Rahmen hierzu verbessern kann. Die Einführung des Dosen- und Flaschenpfands und der Ökosteuer in der Bundesrepublik sind in diesem unumgänglichen Prozess, ein Fortschritt an welchem sich andere Staaten ein Beispiel nehmen sollten; auch wenn die Konsumenten zunächst laut aufschreien.

Zudem müssten auch die Kosten für Benzin weiter steigen und ein gesetzlicher Rahmen für Billigfluglinien geschaffen werden, welcher es ihnen nicht erlaubt ein Preisdumping, wie es momentan zu beobachten ist, fortzuführen, auch wenn dies unter Umständen zu einer vermeintlichen Lebensqualitäts-Senkung führen sollte.


Alles in allem, ist ein Teil der Staaten auf einem Weg in die richtige Richtung, welcher aber noch konsequenter beschritten werden muss, wenn wir die natürlichen Ressourcen nicht weiter verbrauchen, sowie den Klimawandel abwenden wollen.

 


  1. Literaturverzeichnis


    • Holger Rogall
      „Neue Umweltökonomie – ökologische Ökonomie“
      Leske + Budrich Verlag, 2002 und 2003

    • Holger Rogall
      „Ökonomie der Nachhaltigkeit“
      VS- Verlag, 2004

    • Weltentwicklungsbericht 2003
      „Nachhaltige Entwicklung in einer dynamischen Welt“
      Herausgeber: Weltbank

 

Charlene Wolf - Dez. 2004



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