Musik im alten Griechenland
Griechische Musikanschauung
Die Griechischen Haupttonarten
Platon zur Musik
Aristoteles zur Musik
Terpander und die Oktave

Griechenland

 

Griechische Musikanschauung

Die griechische Musik stand in enger Verbindung mit der Sprache und mit der Dichtekunst. Alles Singen und Sagen, alle Wahrheit und Erkentnis wurde auf die unmittelbare göttliche Eingebung zurück geführt. Die Musen hatten eine starke Einwirkung aufs menschliche Dasein; sie schützten die Sänger und die Dichter, die Kunst und die Wissenschaft.
Die Musik kannte nicht die akkordische Mehrstimmigkeit. Die instrumentale Begleitung der rythmisch und dynamisch reich gegliederten Melodie durch die Kithara oder den Aulos war nur eine Umspielung (Heterophonie). Zwei Viertonreihen (Tetrachorde), von oben nach unten laufend, bildeten die Tonleiter. Die Hauptonarten waren:

Griechische Haupttonarten


Dorisch   (von e¹ bis e - Halbtöne von 6-5, 2-1)

Phrygisch   (von d¹ bis d - Halbtöne von 7-6, 3-2)

Lydisch   (von c¹ bis c - Halbtöne von 8-7, 4-3).

Mixolydisch   (von h¹ bis H - Halbtöne von 5-4, 2-1).

Vorsicht!  Es gibt Abweichungen in der Definition der griechischen Modi (dorisch, lydisch, phrygisch, mixolydisch und hypodorisch, -lydisch, -phrygisch, -mixolydisch) und in der des praktischen Gebrauchs. Die griechischen Tonarten (abwärts gedacht) sind ein nur theoretisches Darstellungssystem. Praktische Anwendung hingegen finden die Transpositionsskalen. Die heute gebräuchlichen Tonskalen sind u.a. "dorisch" (defgahcd), "phrygisch" (efgahcde), "lydisch" (fgahcdef) und "mixolydisch" (gahcdefg).

 

Die Namen deuten auf die Herkunft von kleinasiatischen und griechischen Stämmen hin. Das Tonsystem umfaßt zwei Oktaven (ähnlich der normalen männlichen Stimme). Die verschiedenen Instrumentenfamilien der Kithara (Saiteninstrument) und des Aulon (Blasinstrument, zu vergleichen mit den Oboe, Schalmei mit Doppelrohrblatt) waren Ausdruck der zwei Bezirke der Musik, der apollinischen und der dionysischen Kunst. Die letztere galt als sinnenerregend, leidenschaftlich und in die Ekstase einmündende, die appolinische als zucht- und maßvoll (Apollo, Gott der Weisheit).
Die Musik werden charakterbildende Eigenschaften zuerkannt, daher ihre große Bedeutung für die staatsbürgerliche Erziehung und die Bildung des Menschen. Platon (427-347 v. Chr.) baute die Musikpflege fest in seine Erziehungssysthem ein. Aristoteles, der bedeutendste Schüler Platons, schreibt der Musik eine "reinigende" Wirkung zu. Seine drei Fragen, ob Musik der Bildung, der Unterhaltung und der ethischen Lebensführung zu dienen vermögen, zielen auf die iht innewohnenden sittlichen Krä,fte. Nach damaliger Anschauung besitzt die Musik persöhnlichkeitsbildende und politische werte, die das Gemeinschaftsgefühl fö,rden.
man schrieb den Tonarten folgende Wirkungen zu:
Das Dorische, die "männliche" Tonart, förderte die Charakterfestigkeit und das Tugendsame; das Phrygische wirke aufreizend oder auch die Begeisterung anfeuernt; dem lydischen, vertreten vor allem in der Liebeslyrik, wurden wegen seines zwar anmutigen, aber rein subjektiven und weichen Charakter keine staatspolitisch wertvolle Eigenschaft zuerkannt.
Die griechischen Tonartenlehre ist bis tief in das Mittelalter hinein wirksam geblieben.

 

"Darum ist die Musik der wichtigste Teil der Erziehung. Rhythmen und Töne dringen am tiefsten in die Seele und erschüttern sie am gewaltigsten. Sie machen bei richtiger Erziehung den Menschen gut, andernfalls schlecht."

"Niemals werden die Tonarten geändert, ohne dass die wichtigsten staatlichen Gesetze in Mitleidenschaft gezogen werden."

Platon

 

"Wie fühlen uns innerlich verändert, umgewandelt, wenn wir Musik hören.Wir könnte das geschehen, wenn nicht Harmonie und Rhythmen eine innere Verwandtschaft mit der Seele und ihren Zuständen und Bewegungen hätte?"

"Die Musik besitzt die Fähigkeit, dem Gemüte eine bestimmte sittliche Beschaffenheit zu geben. Vermag sie das aber, so muss man offenbar die Jünglinge zu dieser Kunst anhalten und in ihr unterrichten.
Auch passt der Unterricht in der Musik sehr gut zu der Eigenart dieser Altersstufe. Denn die Jünglinge unterziehen sich wegen ihres Alters keiner Sache freiwillig, die ihnen keinen Genuss gewährt. Nun ist aber die Musik von Natur etwas Genussreiches. Es scheint auch eine Art Verwandtschaft zwischen der Seele und den Harmonien und Rhythmen zu bestehen."

Aristoteles (Schüler Platons)

 

Uns wurde eine Griechische Sage zur Entstehung der Oktave erzählt, daraufhin sollten wir diese in moderner Form als Zeitungsbericht nacherzählen:

Terpander und die Oktave

Olymp News - nach dem Terpander beim Sängerwettstreit in Athen (wir berichteten) wider alle Regeln die Oktave gespielt hatte, wurde eine regelrechte Lawine der Empörung losgetreten.
Der Fall kam vor Gericht, wo man sich friedlich einigte. Terpander bat um Verzeihung und versprach, nie wieder mit 8 Saiten auf seiner Harfe zu spielen. Die besagte Harfe war zuvor von empörten Demonstranten an eine Hauswand genagelt worden. Terpander erhielt sie, leicht beschädigt zurück.
Jetzt werden Stimmen laut, die behaupten, Terpander habe zwar eine Saite entfernt, jedoch nicht die Fragliche und er spiele immer noch die Oktave. In diesen Tage trifft sich ein Komitee, um den skandalösen Fall auf den Grund zu gehen. Terpander drohen, wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, das Scherben-Gericht sowie ein lebenslanges Sing-Verbot.
Olymp News ging der Sache auf den Grund. Terpander gab, bei einem heimlichen Treffen, sein frevelhaftes Treiben zu, er teilte aber gleichzeitig mit, er gedenke in nördlichere Gegenden auszuwandern.(Nach Olymp News- Recherchen handelt es sich um ein kleines Gallisches, von den Römern noch nicht besetztes, Dorf).
Somit würde er der Reichweite des Gerichtes entkommen. Es bleibt abzuwarten wie Rom sich zu den Angelegenheiten stellt und ob Julius Oktavianus ihm die Durchreise durch römische Provinzen erlaubt.
Vorerst hält sich Terpander an einem geheimen Ort Versteckt. Er sei aber, wie er Olymp News versicherte, jederzeit Flucht bereit.
So bleibt es abzuwarten wie sich die Dinge entwickeln, wir halten Sie auf dem laufenden.
El für Olymp News



 


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