Die Welt des Mittelalters

In der Darstellung, die der Römer Tacitus von den Germanen gibt, klingen bereits wesentliche Elemente der Welt des Mittelalters an.
Die Germanen schätzen den Kampf nicht um der Eroberung eines Landes wegen, sondern wegen der persönlichen Tüchtigkeit, die sie dabei unter Beweis stellen können.
Dabei zählt die Bindung des Gefolgmannes an den Gefolgsherrn, und der Kampf erfolgt in der Sippe, des Stammes. Die Verehrung, die der Frau zu Teil wird, spiegelt sich später im Mittelalter im Einsatz des Ritters für eine Frau und im Minnedienst wider. Im Einzelnen zeichnen sich folgende tragende Elemente der späteren mittelalterlichen Welt ab:

  1. Herrschaft ist immer an Personen gebunden.
    Der Grundbesitzer übt Herrschaft über die auf seinem Grund und Boden lebenden Menschen aus. Er bietet ihnen Schutz vor Angriffen, erwartet dafür aber Abgaben und Dienste der unfreien Bauern. Die Mächtigen (König, Herzöge,Grafen) binden über ein Lehenverhältnis Gefolgsleute an sich: Der Lehensherr vergibt an den lehensmann (Vasall) erobertes Land oder Ämter (z. B. Zolleinnahmen oder das Recht, Münzen zu prägen) und erwartet dafür im Kriegsfall Heeresfolge des Lehensmannes. Ein feierlicher Treueid bindet Lehensherrn und Lehensmann aneinander.
  2. Die Zweiheit (Dualismus) von weltlicher und geistiger Herrschaft.
    Mit der Übernahme des Christentums durch die Germanen - der Frankenkönig Clodwig lässt sich als erster 500 n.Chr. taufen - tritt die Kirche als zweite Macht neben die des Königs, bzw. die des Kaisers.
    Die Bischöfe, die Klöster bekommen auch den Grund und Boden zur Herrschaft übertragen, so dass im hohen Mittelalter um 1200 n.Chr. mehr als ein Drittel des Besitzes in den Händen der Kirche lag. Auch im Hochmittelalter führte die Dualität von weltlicher und geistiger Macht zwischen Kaiser und Papst zu einem Kampf um den Vorrang: steht der Kaiser über dem Papst oder andersherum? Wer darf z. B. zu einem Kreuzzug aufrufen?
  3. Das Jenseits zählt mehr als das Diesseits.
    Der Blick des mittelalterlichen Menschen ist symbolisch nach obern gerichtet. Stärkster künstlicher Ausdruck war dafür der gotische Dom, in dem alles den Blick des Besuchers nach ober reißt.
    Der Vorrang der von der Kirche vermittelten jenseitigen Welt konnte bis zur Verachtung des Diesseits führen. Ein geflügelter Satz der Zeit lautete: "Das Leben ist ein stinkender, reißender Fluss. Du tust gut daran, deinen Fuß nicht zu tief in diesen Fluss zu setzen."
    Diese Verachtung des Diesseits ging zurück auf den Kirchenvater Augustinus (siehe folgenden Text).
  4. Überall sehen wir Dualitäten:
    Kaiser-Papst
    Ritter-Mönch
    Einzelner-Gemeinschaft
    Lebenslust-Lebensekel
    Diesseits-Jenseits
    Armut-Reichtum

Nach der Schilderung von Tacitus gewinnen wir von den Germanen als Trägern der mittelalterlichen Welt das Bild einer kraftvollen, urtümlichen Gemeinschaft, die dem dekadent gewordenen Römertum neue und verjüngende Kräfte zu führt und statt des Egos wie bei den Römern das Element der Gemeinschaft neu ausbildet.



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