"Die drei dunklen Könige"
Übungsaufsatz zur 2. Schulaufgabe:

Erschließung einer Kurzgeschichte


Gliederung:

A) Kurze Inhaltsangabe der Kurzgeschichte "Die drei dunklen Könige" von Wolfgang Borchert
B) Erschließung der Kurzgeschichte
        1. Formale Gestaltung
                1.1 Sinnabschnitte
                1.2. Erzählperspektiven
        2. Inhaltliche Gestaltung
                2.1 Charakterisierung der Personen
                2.2 Analyse der Gesprächsverläufe
        3. Sprachliche Gestaltung
                3.1 Stilmittel
                3.2 Wortwahl
        4. Kennzeichen einer Kurzgeschichte
        5. Aussageabsicht
C) Persönliche Stellungnahme


Aufsatz:

Die Kurzgeschichte "Die drei dunklen Könige" von Wolfgang Borchert handelt von drei Heiligen, die eines Nachts den neugeborenen Sohn eines verheirateten Paares besuchen. Nachdem der Ehemann spät am Weihnachtsabend seinen Weg durch die Vorstadt zurückgelegt hat, öffnet ihm seine Frau, die vor ungefähr einer Stunde einen Sohn zur Welt gebracht hat, die Tür. Beide wohnen in ärmlichen Verhältnissen, doch das kleine Kind schläft friedlich, weshalb sie sich bemühen möglichst leise zu sein. Nach kurzer Zeit kommen drei Männer in alten Uniformen in das Haus hinein um sich kurz zu setzten und eine Zigarette zu rauchen. Die Frau verweigert ihnen dies auf Grund ihres Kindes. Somit rauchen alle vier Männer vor der Haustür in der Dunkelheit. Dort erhält der Ehemann einen aus Holz geschnitzten Esel als Geschenk für sein Kind. Dann kehren sie alle wieder ins Haus zurück und die Frau bekommt außerdem noch zwei gelbe Bonbons. Aber als sich die drei dunklen Männer über das Kind gebeugt haben, stemmt es seine Beine gegen ihre Brust und schreit kräftig. Somit verlassen die drei das Haus und nicken zuvor den Eltern noch an der Haustür zu. Schließlich verbringt die kleine Familie ihren Weihnachtsabend zusammen bei Haferflocken im schwachen Licht des Ofens.

Im Folgenden möchte ich diese Kurzgeschichte erschließen und beginne mit der formalen Gestaltung des Textes.

Die Geschichte ist in vier Sinnabschnitte geteilt. Im ersten geht es um den Heimweg des Ehemannes und wie er seine Umgebung wahrnimmt. Es werden die Gerüche von Holz beschrieben, "süß und mürbe". Der nächste handelt von dem Zusammensein der beiden Eltern mit ihrem Kind. Die Mutter beobachtet ihren Sohn sehr genau, "Ohren, Nase, und der offene Mund, aus dem es leise pustete". Der Mittelpunkt des dritten Abschnittes ist der Besuch der drei Heiligen. "Einer hatte einen Pappkarton, einer einen Sack und der Dritte keine Arme". Der letzte handelt wiederum von dem gemeinsamen Zusammensein. Der Mann roch an dem Holz, das ihn an Kuchen erinnert.

Der auktoriale Erzähler gewährt uns einen Einblick in das Geschehen. Er ist allwissend und gibt auch selbst seine Kommentare ab. Dies zeigt sich im ersten Sinnabschnitt, in dem er zum Beispiel genau das Öffnen der Tür beschreibt, "Als er die Tür aufmachte (sie weinte dabei, die Tür), sahen ihm die blass-blauen Augen seiner Frau entgegen."

Die Charaktere, die in der Kurzgeschichte auftauchen, sind der Ehemann, seine Ehefrau, der gemeinsame Sohn und die drei Heiligen. Über das Äußere des Ehemannes erfahren wir nicht viel. Seine Knie sind knochig und dünn, weshalb er also etwas unterernährt sein könnte. Aber er ist ein sehr genauer Beobachter seiner Umgebung. Mit all seinen Sinnen nimmt er verschiedenstes wahr, zum Beispiel "roch es mürbe und süß ringsum" (zweiter Absatz, oben). Auch ist der Ehemann wütend und mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden, weil er seiner Familie nicht viel bieten kann. Seine Frau friert und hat Hunger während das Kind schläft. Seiner Wut wird Ausdruck verliehen, indem er beschreibt, dass "er keinen hatte, dem er die Fäuste ins Gesicht schlagen konnte" (zweiter Absatz, unten). Seine Ehefrau hingegen kritisiert ihn nicht und wirft ihm auch nichts vor. Sie ist sehr verständnisvoll, obwohl ihre blass-blauen Augen Müdigkeit und Erschöpfung widerspiegeln. Außerdem ist ihr sehr kalt. Dies zeigt sich in ihrem "Atem, der weiß im Zimmer hing" (erster Absatz, unten). Die Ehefrau hat erst vor einer Stunde einen Sohn zur Welt gebracht und beobachtet sein Gesicht ganz genau, "Es hatte schon alles, was dazugehört: Ohren, Nase, Mund und Augen." (zweiter Absatz, Mitte). Sie ist sehr glücklich und stolz auf ihren Sohn, "Kuck mal, wie lebendig es ist, sagte sie stolz" (sechster Absatz, Mitte). Doch als die drei Heiligen sich über das Kind beugen, fürchtet sie sich auch, indem sie "die blassen blauen Augen weit auf machte" (fünfter Absatz, oben). Die drei Heiligen tragen alle jeweils eine alte Uniform und jeder hat etwas bei sich, "einer hatte einen Pappkarton, einer einen Sack, und der dritte hatte keine Hände" (dritter Absatz, Mitte). Der erste Heilige, der der Frau zwei gelbe Bonbons aus seinem Pappkarton gegeben hat, zittert vor Angst und hat somit Probleme mit seinen Nerven. Der zweite schenkt dem kleinen Sohn des Ehemannes einen aus Holz geschnitzten Esel, an dem er sieben Monate gearbeitet hat und welchen er aus seinem Sack herausnimmt. Seine Füße sind mit Wasserbändern auf Grund des Hungers umwickelt. Der dritte Heilige, dessen Hände erfroren sind, bewahrt in seiner Manteltasche etwas Tabak und Papier auf, welche er dem Ehemann anbietet. Ihm kommen diese drei Männer ziemlich "sonderbar" (sechster Absatz, oben) vor, wie er es seiner Frau gegenüber äußert.

Zwischen dem Ehepaar kommt es zwar zu Gesprächen, jedoch sehr kurzen und sachlichen. Das einzige, was sie etwas bewegt, ist ihr Sohn. Sie bemühen sich sehr darum leise zu sein, um ihn nicht zu wecken und beobachten ihn im Schlaf. Dies deutet auf Kommunikationsprobleme hin. Sie denken viel nach, können es dem Partner jedoch schwer mitteilen. Das zeigt sich vor allem in den kurzen uns abgehackten Antworten, die sie sich gegenseitig geben. Meist beruht es nur auf einem einfachen "Ja". Trotzdem bindet sie ihr Kind und sie vertrauen sich gegenseitig sehr. Sie gehen sehr respektvoll miteinander um. Mit den drei Heiligen jedoch, unterhält sich der Ehemann mehr. Obwohl sie für ihn Fremde sind, begibt er sich mit ihnen allein vor die Haustür und redet mit ihnen. Gleich von Anfang an wird eine sympathische Beziehung zwischen ihnen aufgebaut. Dies zeigt sich in dem Geschenk, dass ein Heiliger seinem Sohn macht.

In der Kurzgeschichte werden einige Stilmittel gebraucht, zum Beispiel die Personifikation, "Das Holz seufzte" (erster Absatz, unten) oder "das Pflaster war erschrocken über den späten Schritt" (erster Absatz, oben). Metaphern sind ebenfalls vorhanden, zum Beispiel bezüglich der Tür, "sie weinte dabei, die Tür" (erster Absatz, Mitte).

Der auktoriale Erzähler beschreibt sehr anschaulich. Er verwendet treffende Verben, wie zum Beispiel "er tappte" (erster Absatz, oben) oder zum Beispiel "der dritte zitterte in seiner Uniform" (vierter Absatz, Mitte) und Adjektive, wie zum Beispiel "er tappte durch die dunkle Vorstadt" (erster Absatz, oben) oder "Das Holz roch mürbe und süß" (erster Absatz, Mitte). Durch häufige Personifikationen und einige Metaphern wird die Kurzgeschichte noch anschaulicher, was jedoch nicht üblich ist.

Kennzeichnend für eine Kurzgeschichte sind sowohl der offene Anfang als auch der offene Schluss, welche den Leser zum Weiterdenken auffordern. Außerdem findet keine Entwicklung der Personen statt, sie und ihre Handlungsweisen werden lediglich blitzlichtartig charakterisiert. Das Ereignis ist linear erzählt; es sind keine Rückblenden vorhanden. Jedoch ist die Sprache, wie bereits oben genannt, nicht andeutend und knapp, sondern sehr anschaulich und präzise. Zudem wird auch keine Entscheidungssituation dargestellt und es steht nicht nur eine, sondern mehrere Personen im Mittelpunkt, nämlich der Ehemann, seine Frau, das Kind und die drei Heiligen.

Die Aussageabsicht der Geschichte ist schwer zu bestimmen. Ich denke, der Autor möchte damit zeigen, dass man einen Menschen nicht nach seinem Äußeren beurteilen soll. Denn auch wenn er keine Hände hat, zittert oder umwickelte Füße hat, können es Heilige sein, dich beschenken und dir Gutes tun. Anfangs wollte das Ehepaar die drei fremden dunklen Männer nicht in ihr Haus hinein lassen. Schließlich haben ihnen die Heiligen nichts Böses getan und sie in ihrer Armut beschenkt.

Ich persönlich finde die Kurzgeschichte sprachlich sehr anschaulich gestaltet, was mir sehr zuspricht. Doch trotzdem fehlt mir ein wichtiges Ereignis, ein Wendepunkt oder die Pointe. Auch kann ich die Geschichte nur schwer deuten, da die Handlung nur sehr knapp und trocken beschrieben wird. Im Großen und Ganzen finde ich sie aber ganz gut.


von virginia


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