Das Verwandlungs- und Käfermotiv
In Märchen oder Mythen ist die Verwandlung vom Mensch zum Tier nichts Ungewöhnliches, doch erfährt der Leser die Vorgeschichte und es ist meist ein Grund für die Verwandlung angegeben- bei Kafkas „Verwandlung“ ist dies nicht der Fall.
Die Erzählung ergibt sich bei ihm zwangsläufig aus einem „unerhörten Ereignis“- ein Element der Novelle. Diese Struktur einer Erzählung wird aufgrund der Zerstörung von Illusionen- schließlich wird Gregor nicht erlöst, sondern stirbt- auch als ein Antimärchen bezeichnet.
Das Käfermotiv erfüllt hierbei mehrere Aufgaben. Zum einen hat die äußere Erscheinung eine abstoßende, anekelnde Funktion. So ähnlich muss sich auch Kafka in bestimmten Situationen vor allem in der Anwesenheit seines Vaters gefühlt haben. So schreibt er im „Brief an den Vater“ eine fiktive Antwort des Vaters, welche seine Inferioritätskomplexe gegenüber dem Vater verdeutlicht: „ Du hast es dir nämlich in den Kopf gesetzt, ganz und gar von mir leben zu wollen. Ich gebe zu, dass wir miteinander kämpfen, aber es gibt zweierlei Kampf. Den ritterlichen Kampf, wo sich die Kräfte selbstständiger Gegner messen, jeder bleibt für sich, verliert für sich, siegt für sich. Und den Kampf des Ungeziefers, welches
nicht nur sticht, sondern gleich auch zu seiner Lebenserhaltung das Blut saugt. Das ist ja der eigentliche Berufssoldat und das bist Du.“
Aus diesem Briefteil geht ein grundlegendes Gefühl Kafkas als parasitenhafter Sohn oder Schmarotzer gegenüber seinem Vater hervor.
Der Käfer scheint außerdem genauso hilflos und desorientiert auf dem Boden zu krabbeln, wie es ein Baby tut und ist somit seiner Umwelt und den darin lebenden Menschen vollständig ausgeliefert, wobei dieses Ausgeliefertsein an eine Autorität, eine höhere, undefinierbare Macht auch in anderen Schriften Kafkas, so etwa der eingangs genannten Parabel „Gib´s auf“ thematisiert wird und somit die alltägliche Bedrängnis und Wichtigkeit dieser Problematik für Kafka aufzeigt.
Eine Parallele zwischen Gregors vorherigem Leben und der Erscheinung des Käfers ergibt sich aufgrund der Äußerlichkeiten: So besitzt ein Käfer ein von einem harten Panzer geschütztes weiches Inneres. Da Gregor ständig unterwegs und isoliert von der Familie war, hatte er keinerlei Bezug zu ihr, doch in stillen Stunden sinnte er über deren Bedeutung für sein Leben nach.
Auch Kafka wird zeitlebens als ein sehr sensibler, introvertierter Mensch eingeschätzt, baute sich doch in Form einer Näheangst eine Schutzmauer auf: Seine menschlichen Beziehungen beschränkten sich vorwiegend auf Briefkontakt, woraus sich zwangsweise ein umfangreiches Zeugnis seiner Briefwechsel oder Tagebucheinträge für die Nachwelt ergibt. Kafka konnte sich in schriftlicher Art und Weise auf idealstem Weg mit seiner Umwelt und den in ihr bestehenden Verhältnissen auseinandersetzen und diese analysieren, wobei insbesondere seine Beziehungen zu Frauen erwähnt seien. Dieser Ansatz wird jedoch im nächsten Inhaltskriterium noch weiter ausgeführt.
Grundlegend lässt sich aber daraus schließen, dass sowohl Kafka als auch Gregor trotz ihrer Schale ein leicht zu erdrückendes „Insekt“ waren.
Des Weiteren gehört der Käfer der Gruppe der Kriechtiere an und es wird somit eine Froschperspektive, welche dem unterwürfigen, kriecherischen Verhalten Gregors gegenüber seinem Chef entspricht, suggeriert.
Die Notwenigkeit des Kriechens und die verlorene Sprache eines Käfers fungieren ebenfalls als ein Symbol für die Hilflosigkeit, ja das Ausgeliefertsein dieses Individuums.
Mit seinem Wunsch, keine Zeichnungen zu seinem Werk anzufertigen, wollte Kafka das Bild des Käfers nicht auf einen Gedanken festlegen und lässt somit mittels einer gedanklichen Leerstelle Raum für die Ideen und Vorstellungen des Lesers.


von Linda Krause


 Umfrage
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