Rückkehr des autoritären Familienoberhaupts
Erst nach der Verwandlung zeigt sich, dass der Vater seine ursprüngliche Dominanz und Macht nie aus der Hand gegeben hat, da Gregor unterschwellig noch immer die Autorität des Vaters akzeptiert. Gleich nach Gregors Metamorphose übernimmt der Vater die Leitung der Familie, indem er dieser die augenblickliche finanzielle Situation darlegt und nimmt zugleich ein völlig neues Selbstbewusstsein an. Bisher hatte sich der Vater eher als Parasit verhalten und wurde vom blindäugigen Gregor in Schutz genommen- nun ist der Vater nicht mehr bereit, den Käfer- einen neuen Parasiten in der Familie- zu dulden.
Er nimmt notgedrungen eine niedere berufliche Anstellung als Bankdiener an und trägt seine Arbeitsuniform als sichtbares Zeichen seiner neu gewonnenen Macht und seines Selbstwertgefühls auch zu Haus, doch lässt sich weiterhin als Patriarch bedienen und umsorgen: „Und auf die beiden Frauen gestützt, erhob er sich, umständlich, als sei er für sich selbst die größte Last, ließ sich von den Frauen bis zur Türe führen, winkte ihnen dort ab und ging nun selbstständig weiter, während die Mutter ihr Nähzeug, die Schwester ihre Feder eiligst hinwarfen, um hinter dem Vater zu laufen und ihm weiter behilflich zu sein.“
(S. 37; Z. 3ff.)
Gegenüber Gregor tritt der Vater energisch, zupackend und aggressiv auf und wird bereits bei der ersten Verfolgungsjagd gewalttätig, indem er Gregor rapide in sein Zimmer verdrängt, ihm mit dem Stock des Prokuristen droht, ihm einen starken Stoß gibt und schließlich als Zeichen der Trennung Gregors von der Familie die Tür mit dem Stock zuschlägt. Somit verweist das Familienoberhaupt Gregor in seine Schranken, wobei dies bei der zweiten Verfolgungsjagd, welche mit Apfelwürfen und einer tödlichen Wunde endet, noch aggressiver umgesetzt wird. Der Vater entpuppt sich immer mehr als der wahre Konkurrent Gregors und verletzt ihn mit seinen aggressiven Ausbrüchen sowohl körperlich als auch seelisch. Der Vater bleibt somit die bleibende Wunde des Sohnes und im Machtkampf mit Gregor der ewig Überlegene.
Vollständigerweise muss man jedoch anfügen, dass der Vater nicht objektiv, sondern aus der Perspektive Gregors beschrieben wird.
Die Vater- Sohn- Beziehung weist deutliche Parallelen zu Kafka und seinem autoritären Vater, der ihm als Tyrann begegnete, auf. Kafka schildert seine Sichtweise auf die Vatergestalt im „Brief an den Vater“, wobei sich die ängstigende Unberechenbarkeit auf Gregors Vater überträgt und somit die Widersprüchlichkeit der väterlichen Erscheinung, in welcher sich die Schwäche des Vaters mit übermächtiger Stärke verbindet, sinnvoll erscheinen lässt: „In Deinem Lehnstuhl regiertest Du die Welt.“ (Brief an den Vater)
Im zweiten Kapitel fragt sich Gregor, ob das noch sein Vater war, denn er erkannte den ehemals schwächlichen Vater nicht mehr wieder. Die Verfolgungsjagd wird auch im „Brief an den Vater“ thematisiert: „Das Schimpfen verstärktest du mit Drohen. (…) Schrecklich war es auch, wenn Du schreiend um den Tisch herumliefst, um einen zu fassen, offenbar gar nicht fassen wolltest, aber doch so tatest und die Mutter einen schließlich scheinbar rettete.“
Das übermächtige Vaterbild wird jedoch durch das gehorsame Auftreten des Vaters gegenüber den Zimmerherren korrigiert, denn diese vertreiben seine Familie aus dem Wohnzimmer und als sie Gretes Violinenspiel lauschen, stellt er in devoter Haltung die ängstliche Frage, ob es den Herren unangenehm ist. Auch die gegenüber dem Prokurist aufkommenden sprachlichen Verrenkungen sind sehr bezeichnend: „Er wird die Unordnung im Zimmer zu entschuldigen schon die Güte haben.“
So erweist sich Gregor jedoch auch als der Sohn seines Vaters, da beide gegenüber dem Prokuristen kriecherisch und unterwürfig handeln.
Der wichtigste und letzte Schritt zur Wiederherstellung seiner Autorität wird mit dem energischen und selbstbewussten Rausschmiss der drei Untermieter aus der Wohnung vollzogen.
Im letzten Teil der Erzählung wirkt der Vater jedoch einfühlsamer gegenüber Gregor als Grete, denn unter anderem verwendet er das Pronomen „er“ und scheint somit noch stärker als Grete an Gregors Identität zu glauben, wenngleich dies ihn nicht davon abhält, sich aufgrund dessen Todes erleichtert zu fühlen.


von Linda Krause


 Umfrage
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