Gedichtinterpretation von „Der Blitzzug“
Markus Richter
Klasse 9 Max-Planck-Gymnasium


Das Gedicht „Der Blitzzug“ von Detlev von Liliencron entstand in Europa zur Zeit der Industriellen Revolution. Es wurde 1903 in der Gedichtsammlung „Bunte Beute“ veröffentlicht. Es handelt sich bei dem Gedicht um eine Kritik an der Industriellen Revolution bzw. der rasch voranschreitenden Technologie

Das Gedicht hat 10 Strophen mit jeweils 4 Versen. Abwechselnd stehen die Strophen als Paarreim (aabb) oder als Kreuzreim (abab). Der Dichter berichtet aus der auktorialen Erzählsituation heraus und bezieht sich somit nicht direkt als Person in die Geschehnisse mit ein. Er schreibt das Gedicht in typischer Balladenform.

Die erste Strophe beginnt mit einer Lautmalerei: „Rüttert und rattert die Bahnmelodie“ (S.1,Z.2), welche mit den Verdreifachungen „Fortfortfort ,fortfortfort drehn sich die Räder“ (S.2,Z1-2) und der Metapher „Rasend dahin auf dem Schienengeäder“ den Eindruck großer Geschwindigkeit und großer Eile, wie bei einem Ansturm auf etwas oder vor etwas auf der Flucht sein erzeugt. Zusätzlich vermitteln die Aufzählungen in der nächsten Strophe, „Länder verfliegen und Städte versinken, Stunden und Tage verflattern im Flug, …Traumbilder, Sehnsucht und Sinnenbetrug“ (S3, Z1-4), dem Leser, dass die Fahrt schon einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen hat, und große Entfernungen bereits zurückgelegt worden sind. Der Verstand der Fahrgäste ist durch die monotone Geschwindigkeit berauscht. In Strophe 4 wird aber erstmals das Ende der Reise angedeutet. „Mondschein und Sonne, noch einmal die Sterne, bald ist erreicht die beglückende Ferne“ (S4, Z1-2). Die darauf folgende fünfte Strophe bezieht sich weiterhin auf das immer näher rückende Fahrtende. Sie enthält eine Personifizierung der Venus, welche als Wache aber auch Schicksalsgöttin wohl soeben am Himmel zu sehen ist. Diese Personifizierung dient metaphorisch auch als Zeitangabe, dass es schon Abend also spät eventuell zu spät ist. Das Ende der Strophe ergibt nur mit der nächsten Strophe einen Sinn: „Dann nimmt sich die Straße, Trennt, was sich hier aneinander gesellt“ (S.5, Z3-4). Gemeint sind höhergestellte Personen die in der folgenden Strophe genannt werden. Ab der 7 Strophe, bemerkt man deutlich einen Spannungsanstieg: „Nun ist das Dunkel dämonisch gewachsen, in den Coupées brennt die Gasflamme schon“ (S.7, Z1-2). Es ist Nacht geworden und die Fahrgäste begeben sich wohl zur ungewissen Ruhe. Die Umgebung scheint durch die Dunkelheit eine unheimliche Atmosphäre auszustrahlen, nicht zuletzt durch die vielen Geräusche die durch den Zug entstehen, auf welche die Fahrtgäste bei Ruhe besser achten.

Die beiden folgenden Verse „Fortfortfort Fortfortfort, glühende Achsen, schrillt ein Signal, klingt ein wimmender Ton“ (S.7, Z3-4) bereiten den Leser darauf vor, dass demnächst wohl ein besonderes Ereignis geschehen wird. Wie man aus der „fort“ Wiederholung und den „glühende(n) Achsen“ schließen kann, ist der Zug wohl immer noch in voller Fahrt. Doch dann „schrillt ein Signal, klingt ein wimmernder Ton“, wobei das Signal als Warnsignal verstanden werden kann und der wimmernde Ton als das Geräusch einer vergeblichen Notbremsung. Aufgeklärt über das Geschehen wird der Leser in der achten Strophe, welche gleichzeitig den dramatischen Höhepunkt beinhaltet. Es kommt ein zweiter Zug in das Geschehen, der mit eben so hoher Geschwindigkeit „Fortfortfort“ fährt. Der Vers „steht da der Tod mit der Bombe zum Wurfe?“ (S.8, Z3) ist wohl indirekt als Hyperbel gedacht. Der Tod allein als Allegorie der Elimination reichte dem Autor wohl nicht. Er will mit dem Vergleich mit der Bombe auf das bevorstehende, besonders brutale Ereignis hinweisen . Da der Ausgang dieser Situation dem Leser bisher jedoch noch nicht vollkommen bekannt ist und er noch immer Hoffnung für die Fahrgäste, unbeschadet zu entkommen, in sich trägt, hat Detlev von Liliencron noch einen weiteren, letzten Spannungsbogen eingebaut: „Halthalthalthalthalthalthalthalthaltein – ein andrer Zug fährt schräg hinein.“ (S.8, Z3-4) Die „halt“ Wiederholung zieht sich beim Lesen, die Sekunden vor dem Zusammenprall werden dramatisiert, es hört sich wie ein letzter Hilfeschrei an. Dies ist der Spannungshöhepunkt des Gedichts, welcher durch die nun folgende einem etwas kalt vorkommene Zeile „Ein andere Zug fährt schräg hinein“ sofort wie weggeblasen wird. Die Situation ist mehr oder weniger am Ende, der Leser kann die Hoffnung auf einen passagierfreundlichen Ausgang aufgeben. Es folgt nun der für eine Ballade typische tragische Teil, mit der Beschreibung der Unfallstelle. Es werden verkohlten Leichen und einige materielle Dinge die die ehemalige Bedeutung der Menschen symbolisieren erwähnt. „Finden sich zwischen verkohltem Gebein, Finden sich schuttüberschüttet zwei Sporen, Brennscheren, Uhren, ein Aktienschein“ (S.9, Z2-3). In der letzten Strophe, wird die Wrackuntersuchung fortgesetzt. Es werden weitere Gegenstände gefunden, und zum Schluss auch Überreste von Kinderspielzeug: „Endlich ein Püppchen, im Bettchen verbrannt, dem war ein Eselchen vorgespannt.“ (S 10,Z3-4) Sie wirkt tragisch auf den Leser ein und zeigt ihm, dass bei dem Unfall auch Kinder ums Leben gekommen sind, was als noch grausamere Begebenheit empfunden wird.

Detlev von Liliencron ist es meiner Meinung nach gelungen, eine klare Kritik an dem technologischen Fortschritt, der in die Katastrophe führt, zu verfassen. Seine Strophen sind oftmals schwer zu interpretieren und scheinen weit hergeholt. Sachlich gesehen hat er jedoch eine typische dramatische Ballade verfasst mit ansteigender Spannung bis zu einem Höhepunkt und dem abrupten Ende. Die Bahntechnik ist heutzutage kein so großes und aktuelles Thema, wie sie es damals war. Heutzutage gibt es kaum noch als so dramatisch empfundene verkehrstechnische Koordinationsprobleme. Als größeres Problem gilt heute das Autofahren. Es schädigt bisher noch stark die Umwelt und jeder Autofahrer trägt mit sich die große Verantwortung, vorsichtig zu fahren und sich an die StVO (Straßenverkehrs-Ordnung)zu halten. Das ist für manche Menschen jedoch zuviel verlangt und angesichts der vielen Autofahrer ein ernstes Problem.

Zugfahrer hingegen werden lange Zeit ausgebildet, nicht zuletzt da sie eine noch viel größere Verantwortung für sehr viel mehr Menschen tragen. Allerdings haben sie den großen Vorteil, dass sie auf einem Gleissystem fahren, nicht unbeabsichtigt von der Spur abweichen können und mittlerweile Kollegen haben, welche als Navigatoren dienen und den korrekten Verlauf der Bahnfahrt überwachen.

Eventuell will aber von Liliencron das Geschehen, dass zum Zugunfall führt in einem höheren Sinn, als bequemen technischen Weg der den Verstand berauscht und dann in eine Katastrophe, wie z.B. Krieg führt, verstanden haben. Darauf weisen unter anderem einige Begriffe mit militärischer Bedeutung hin.


von Markus Richter


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