Fabrikstraße tags (1911) (Paul Zech)

In dem Gedicht von Paul Zech scheint die Welt still zu stehen. Der Erzähler befindet sich, wie es auch schon der Titel verrät, tags inmitten einer Fabrikstraße.

Dieses Gedicht ist ein Sonett. Es ist in vier Strophen aufgeteilt, die wiederum ganz klar nach dem Schema abba abba cdd cdd gegliedert sind. Die ersten beiden Strophen zeigen Bilder dieser Fabrikstraße auf, die man als Metaphern für das Leben der Menschen sehen kann. In den letzten beiden Strophen fasst er in ziemlich genau treffenden, knappen Darstellungen diese Bilder zusammen.

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei diesem Gedicht um eine Beschreibung der monoton gewordenen und engstirnigen Lebensweise der Menschen. So könnte man den Satz (Z. 9-11), "Keine Zuchthauszelle klemmt, so in Eis das Denken wie dies Gehen zwischen Mauern, die nur sich besehen." zum Beispiel so interpretieren, dass, obwohl die Menschen nicht wie in einer Zuchthauszelle eingesperrt sind, sie trotz allem nicht aus dieser monotonen Gleichheit des Denkens oder Handelns herauskommen, sie immer nur sich oder ihr nächstes Umfeld besehn.

"Streift ein Mensch dich, trifft sein Blick dich kalt bis ins Mark". Hier sieht man wieder diese starke Ich-Besessenheit; denn wäre man an seine Mitmenschen gewöhnt und würde mit ihnen eine Einheit bilden, so käme dieses Gefühl wahrscheinlich gar nicht erst zustande. Auch die ganze erste Strophe zeigt in ihren Bildern, anhand der Straße und den Mauern, dieses einfältige Dasein: "immer glänzt das Pflaster wassernass".

Die drei Verse in den Zeilen 6-8 "die harten Schritte haun Feuer aus dem turmhoch steilen Zaun, noch sein kurzer Atem wolkt geballt" zeigen auch dieses Nichtbewusstsein oder nicht Sichändern der Menschen; sie sind zerstörerisch und kommen doch nicht über diesen "hohen Zaun" hinüber, selbst der kürzeste Atem hinterlässt seine Spuren.

In der letzten Strophe zieht er nun sein Fazit aus diesem ganzen Gedicht und schreibt: "Trägst du Purpur oder Büßerhemd-: immer drückt mit riesigem Gewicht Gottes Bannfluch: uhrenlose Schicht." Für mich scheint es soviel zu bedeuten, wie "jeder Mensch hat die gleichen Voraussetzungen, doch es ist an jedem Einzelnen, was er aus ihnen macht."

Dieser Ausdruck "uhrenlose Schicht" ist ein wahrer Widerspruch in sich, dennoch ist für mich klar zu sehen, was gemeint ist. Da Schichten eigentlich untrennbar mit Zeit in Verbindung stehen, so scheint diese eine Schicht nie enden zu wollen: alles geht immer gleich weiter, nichts ändert sich.

Ich finde den Schluss sehr gut, da er eigentlich in zwei Worten den Grundgedanken des ganzen Gedichts ausdrückt.

- safri -



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