Interpretation des Gedichtes "deutsche sprache"
Interpretation des Gedichtes "deutsche sprache" von Yüksel Pazarkaya



Gliederung :

A)        Kurze Inhaltsangabe zu dem Gedicht "deutsche sprache" von Yüksel Pazarkaya und Informationen zum Autor
B)        Erschließung des poetischen Textes
        1.        Erschließung der Kommunikationssituation
        1.1                Lyrisches Ich
        1.2                Situation bzw. Absicht des lyrischen Ich
        2.        Formale Erschließung
        2.1                Aufbau des Gedichts
        2.2                Verwendung von Metren
        3.        Semantische Erschließung
        3.1                Inhaltliche Gliederung
        3.2                Verhältnis von Überschrift und Thema
        4.        Sprachliche Analyse
        4.1                Syntaktische Formen
        4.2                Rhetorische Figuren
        5.        Aussageabsicht bzw. Deutung
C)        Persönliche Stellungnahme zum Gedicht


Aufsatz:

Yüksel Pazarkaya, der deutsch-türkische Autor des modernen Gedichtes "deutsche sprache", das 1985 erschien, wurde 1940 in Izmir (Türkei) geboren und lebt seit 1958 in Deutschland. In dem modernen Gedicht setzt er sich mit der Vielseitigkeit der deutschen Sprache auseinander, welche sich in den einzelnen Strophen wiederspiegelt. Das lyrische Ich beschreibt seine Beziehung und Bindung zu dieser Sprache und vergleicht sie gleichzeitig mit der türkischen. Im Folgenden möchte ich das Gedicht erschließen und beginne mit der Kommunikationssituation.

Yüksel Pazarkaya ist der Autor des poetischen Textes und gleichzeitig das lyrische Ich, was äußerst selten vorkommt. Dies zeigt sich darin, dass er selbst Türke ist und die deutsche Sprache mit der seines Landes auf gleiche Ebene stellt, "wie in meinem türkisch" (Zeile 23). Außerdem ist Deutschland seine "zweite Heimat" (Zeile 2), da er ursprünglich aus der Türkei stammt. Die Absicht des lyrischen Ich liegt darin, zwischen Türkei und Deutschland zu vermitteln und sie einander näher zu bringen, indem es die Sprachen gleichstellt und somit Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden, obwohl es sich hierbei um zwei völlig verschiedene Kulturen handelt. Deshalb beschreibt der Autor in seiner Rolle als lyrisches Ich schließlich auch die besondere Bindung zwischen ihm und dieser fremden Sprache, welche an das Land gebunden ist, "die ich vorbehaltlos liebe" (Zeile 1). Das lyrische Ich ist gefangen zwischen zwei Welten, Sprachen bzw. Ländern. Anstatt nur einem Land, das er liebt, anstatt nur einer Sprache, die ihm Zuversicht gibt, anstatt nur einer Heimat, in der er sich geborgen fühlt, hat er zwei. Somit versucht er beide zu vereinigen, um sich frei entfalten zu können.

Zur äußeren Form ist auffällig, dass der poetische Text nicht aus Strophen, sondern aus Sinnabschnitten besteht, da die Verszahl variert. Der erste Sinnabschnitt besteht nur aus Relativsätzen, welche durch das Pronomen "die" eingeleitet werden, "die ich vorbehaltlos liebe" (Zeile 1). Die "deutsche sprache" wird durch dieses Relativpronomen ersetzt. Jeder Vers des zweiten Sinnabschnittes, außer dem letzten, wird wiederum durch ein Pronomen, "sie", womit die deutsche Sprache gemeint ist, eingeleitet. Sie besteht nur aus Aussagesätzen, "sie gab mir lessing und heine" (Zeile 7). Die Verse des dritten Sinnabschnittes beginnen auch wie in dem ersten mit dem Pronomen "die". Nur handelt es sich hierbei nicht um Relativ- sondern um Aussagesätze: "die in ihr verstummen sind nicht in ihr" (Zeile 14). Die ersten drei Aussagesätze des letzten Sinnabschnittes fangen mit einem Personalpronomen an, "meine behausung in der kälte der fremde".

In dem Gedicht ist weder ein Reim vorhanden noch eine Hebung, vermutlich weil das Thema sehr ernst ist und keine zu harmonische oder lockere Stimmung erweckt werden soll. In jedem Sinnabschnitt, gleich am Anfang der Verse, sind Anaphern vorhanden, zum Beispiel wird im ersten Sinnabschnitt jeder Vers mit dem Relativpronomen "die" eingeleitet, welche sich auf die deutsche Sprache beziehen. Der zweite Sinnabschnitt wird mit dem Personalpronomen "sie", das wiederum den Text der Überschrift ersetzt, und der dritte Sinnabschnitt wird mit dem Begleiter "die" eingeleitet. Im vierten Sinnabschnitt kommt ein Trikolon, "meine behausung" (Zeile 19-21), vor, um die Gewichtigkeit der Geborgenheit, welche das lyrische Ich erfahren hat, anschaulich darzustellen.

Nun möchte ich bezüglich des Inhalts fortfahren. Yüksel Pazarkayas Zuneigung zur deutschen Sprache, wie aber auch zur türkischen, wird in dem ersten Sinnabschnitt geschildert. In dieser zeigt sich auch eine gewisse melancholische Leidenschaft seinerseits, da die Sprache seine "zweite Heimat" ist. Die Sprache bedeutet ihm mehr als die Menschen, da er von diesen nicht beeindruckt ist und sie ihm nichts geboten haben. Die Sprache jedoch, hat dem Autor viele erfolgreiche Türen, bis hin zum Literaturpreis, geöffnet, " die mir mehr gab als die, die sie angeblich sprechen" (Zeile 5-6). In diesem letzten Vers des ersten Sinnabschnittes steckt auch ein Vorwurf oder Misbefallen gegenüber den Menschen, indem er das Wort "angeblich" gebraucht. Damit möchte er ausdrücken, dass sie gar nicht wissen, was sie sagen, was sie sprechen und die Vielfalt und Einzigartigkeit der Sprache nicht kennen und verstehen.

In dem zweiten Sinnabschnitt des poetischen Textes, werden alle positiven Seiten der deutschen Sprache auf künstlerischer Basis gezeigt. Dies zeigt sich in den Namen der berühmten deutschen Dichter, die aufgelistet werden, und dessen Kunstfertigkeit und Begabung die deutsche Sprache dem lyrischen Ich nahe gebracht hat, "sie gab mir lessing und heine", "sie gab mir schiller und brecht" (Zeile 7-8).

In dem dritten Sinnabschnitt jedoch, beschreibt er das Negative daran, nämlich den Missbrauch der Sprache. Seiner Meinung nach, sind Leute, die in der Sprache " ein Werkzeug der Erniedrigung" (Zeile 16) oder "die in ihr ein Werkzeug der ausbeutung sehn" (Zeile 17), dieser Sprache nicht Wert und sprechen sie nicht wirklich.

In der vierten Strophe erklärt er, wie viel Schutz und Geborgenheit ihm gegeben wurde, "meine behausung in der kälte der fremde" (Zeile 19). Außerdem wird die deutsche Sprache im allerletzten Vers des ganzen Gedichtes mit der türkischen gleich gestellt.

Das Verhältnis zwischen Überschrift und Thema hängt sehr eng zusammen. Die deutsche Sprache steht im Mittelpunkt jedes einzelnen Sinnabschnittes, auch wenn diese beiden Worte im ganzen Gedicht kein einziges Mal vorkommen.

Yüksel Pazarkaya verwendet, wie schon genannt, im erste Sinnabschnitt ausschließlich Relativsätze und im zweiten und dritten Aussagesätze. Außerdem werden die einzelnen Verse sehr häufig mit einem Pronomen eingeleitet, " die sie angeblich sprechen" (Zeile 6), oder zum Beispiel " sie gab mir hoffen und lieben" (Zeile 12). Überdies wechseln die Tempora der Verben in den einzelnen Sinnabschnitten. Im ersten sind sie sowohl im Präsens als auch im Imperfekt verfasst, "liebe" (Zeile 1)), "ist" (Zeile 2) und "gab" (Zeile 5). Im nächsten Sinnabschnitt ist das Imperfekt vorherrschend, doch das Verb des letzten Verses ist im Präsens, "gab" (Zeilen 7-12) und "ist" (Zeile 13). Der dritte Vers ist durchgehend im Präsens geschrieben, wie zum Beispiel "sind" (Zeile 14 und 18), " reden" (Zeile 15), "halten" (Zeile 15) und "sehn" (Zeile 17). Im letzten Abschnitt sind nur zwei Verben vorhanden, die nicht im selben Tempus stehen. Eines ist im Präsen, "verbiegt" (Zeile 21) und das andere im Imperfekt "genoss" (Zeile 22). Der poetische Text wird durch treffende Verben, "hoffen und lieben" (Zeile 12), Substantivierungen, "erniedrigung" (Zeile 16) und "ausbeutung" (Zeile 17) und rhetorischen Figuren sehr anschaulich.

Der Autor vergleicht die deutsche und türkische Sprache im letzten Vers des letzen Sinnabchnittes miteinander. Dies zeigt sich in der Verwendung des Wortes "wie": "wie in meinem türkisch" (vierter Sinnabschnitt, fünfter Vers). Auch eine Metapher kommt vor, nämlich wird die Sprache sogar als "eine Welt in der sich leben lässt" (Zeile 13), bezeichnet. Anaphern in jedem Sinnabschnitt schmücken das Gedicht und machen es noch anschaulicher, "die" (Zeile 1-6), oder "sie" (Zeile 7-12), oder beispielsweise " meine" (Zeile 19-21). Der Kontrast "meine behausung in der kälte der fremde" (Zeile 19) und "meine behausung in der hitze des hasses" (Zeile 20) speigeln den Zwiespalt des Autors, den er in sich trägt, und den Konflikt mit sich selbst,wider, da er sich nicht für eine Sprache entscheiden kann. Denn er selbst ist ja weder hundertprozentig deutsch noch türkisch. Dies deutet darauf hin, dass er zwischen zwei Stühlen sitzt.

Yüksel Pazarkaya möchte mit diesem Gedicht zum Ausdruck bringen, dass es für ihn zwischen deutsch und türkisch nicht viel Unterschied gibt. Außerdem ist es ihm wichtig den Menschen nahe zu bringen, dass die Sprache etwas ganz besonderes ist, die man nicht ausnutzen bzw. missbrauchen darf, da sie einem so viel Schutz, Geborgenheit, Zuversicht und Liebe schenkt. Dies verdeutlicht der Autor im ersten Sinnabschnitt, "die ich vorbehaltlos liebe" (Zeile 1), " die mir mehr zuversicht" (Zeile 3) oder zum Beispiel " die mir mehr geborgenheit gab" (Zeile 4).

Mir persönlich gefällt dieses Gedicht sehr gut, da es sehr anschaulich geschrieben ist und obwohl die Überschrift "deutsche sprache" kein einziges Mal in dem Text aufgegriffen wird, ist sie das Hauptthema und wird durch Pronomen ersetzt. Außerdem ist es ein sehr modernes Gedicht, das versucht die Mauer zwischen Osten und Westen zu fällen, indem Deutschland mit der Türkei gleich gestelt wird.

        16.04.2007

Übung zur 2. Schulaufgabe
Erschließung eines poetischen Textes


von Virginia


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